Mad Honey Wirkung klingt erst mal wie ein perfektes Internet-Thema: Honig, Himalaya, Joko bei Duell um die Welt und dann noch ein angeblich psychoaktiver Effekt. Genau deshalb sollte man aber aufpassen. In meinem alten Video dazu war mein Fazit ziemlich klar: spannend zum Recherchieren, aber als Substanz bin ich kein Fan davon.
Der Punkt ist nicht, dass Mad Honey garantiert dramatisch endet. Der Punkt ist: Die Wirkung kommt nicht von Magie, sondern von Grayanotoxinen. Und sobald bei einem Honig Begriffe wie „giftiger Honig“, Kreislaufprobleme, Übelkeit und niedriger Blutdruck auftauchen, ist das für mich kein romantischer Abenteuerhonig mehr.
Was ist Mad Honey?
Mad Honey, auch Deli Bal oder „verrückter Honig“ genannt, entsteht dort, wo Bienen Nektar von bestimmten Rhododendron-Arten sammeln. Im Video erkläre ich das über Nepal: Dort wachsen Pflanzen, deren Nektar Grayanotoxine enthalten kann. Diese Stoffe landen dann im Honig und machen ihn nicht einfach nur süß, sondern pharmakologisch relevant.
Ähnliche Honige werden auch als pontischer Honig, Tollhonig, giftiger Honig oder türkischer Honig beschrieben. Ich würde nicht behaupten, dass nepalesischer Mad Honey und türkischer Honig immer exakt dasselbe sind. Aber der wichtige gemeinsame Nenner sind Grayanotoxine. Genau deshalb sollte man Mad Honey nicht wie normalen Honig behandeln.
Bei OpenMind gibt es eine eigene Mad-Honey-Kategorie. Gerade deshalb ist eine nüchterne Einordnung wichtig: Produktnähe heißt nicht, dass Risiken weichgezeichnet werden.
Welche Wirkung wird Mad Honey zugeschrieben?
Im Video beschreibe ich die typischen Berichte ungefähr so: In niedrigeren Mengen soll Mad Honey manchmal cannabisähnlich wirken, in höheren Mengen gehen manche Beschreibungen eher in eine psychedelische oder halluzinogene Richtung. Dazu kommt oft ein alkoholähnlicher Schwindel. Eine Doku vergleicht die Wirkung sogar mit Absinth.
Das klingt vielleicht erst mal interessant. Aber genau an dieser Stelle kippt meine Einschätzung. Wenn ein Rausch vor allem nach Schwindel, Benommenheit und Kreislauf klingt, ist das für mich nicht automatisch ein guter Rausch. Ein anderer Drogen-YouTuber beschrieb es sinngemäß als „wie ein Weed-Rausch, nur schlechter“. Das fasst meine Skepsis ziemlich gut zusammen.
Warum Grayanotoxine der Kern des Themas sind
Der seriöse Teil der Mad-Honey-Debatte beginnt nicht bei „spirituelle Erfahrung“, sondern bei Toxikologie. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt vor gesundheitlichen Beschwerden durch Grayanotoxine in bestimmten Honigen. Medizinische Fallberichte beschreiben Vergiftungen mit Symptomen wie Übelkeit, Schwäche, Blutdruckabfall oder Herzrhythmusstörungen.
Das heißt nicht, dass jede Berührung mit dem Thema automatisch dramatisch endet. Es heißt: Wer Mad Honey nur als witziges TikTok-Experiment betrachtet, hat das falsche Framing.
Warum Mad Honey so schwer zu vergleichen ist
Bei vielen botanischen Produkten kann man zumindest über Sorte, Verarbeitung oder Laborwerte sprechen. Bei Mad Honey kommt ein zusätzliches Problem dazu: Der relevante Stoffgehalt hängt mit Pflanzen, Region, Saison und Verarbeitung zusammen. Zwei Gläser mit ähnlicher Story können deshalb sehr unterschiedlich sein.
Das macht die üblichen Online-Erfahrungen besonders wackelig. Wenn Person A etwas kaum merkt und Person B Kreislaufprobleme bekommt, muss nicht eine Person lügen. Es kann schlicht daran liegen, dass Produkt, Körper und Kontext unterschiedlich waren.
Was ich im Video an Mad Honey kritisiere
Mad Honey wird nicht nur als Rauschmittel erzählt, sondern teilweise auch mit heilenden Kräften verbunden. Genau da werde ich skeptisch. Für solche Heilsversprechen gibt es keine ausreichend überzeugenden Studien. Und wenn der Hauptwirkstoff schon Grayanotoxin heißt, steckt die Warnlampe quasi im Namen.
Grayanotoxin-Vergiftungen sind zwar selten tödlich, aber unangenehme Symptome sind nicht exotisch: erhöhter Speichelfluss, Schwitzen, Übelkeit, Schwindel, Schwäche und niedriger Blutdruck gehören zu den Dingen, die man ernst nehmen sollte. Das ist für mich kein Nebenbei-Detail, sondern der Kern des Themas.
Deshalb würde ich Mad Honey eher als Risikothema mit ethnobotanischem Hintergrund behandeln, nicht als Lifestyle-Honig. Mehr Kontext zu solchen Themen findest du in unserem Bereich OpenMind Wissen.
Joko, Duell um die Welt und warum das Thema so klickt
Der Auslöser für mein Video war damals der Ausschnitt aus Duell um die Welt, in dem Joko Mad Honey isst. Ich verstehe, warum viele danach recherchieren: Die Szene ist absurd, lustig und wirkt gleichzeitig gefährlich genug, dass man wissen will, was da eigentlich passiert.
Im Video sage ich auch: Ich wäre vorsichtig damit, das Ganze einfach als Fake abzutun. Vielleicht wurde es überdramatisiert, vielleicht war der Honig mit normalem Honig gemischt, vielleicht war der Wirkstoffgehalt niedrig oder ein Experte vor Ort. Aber Jokos Verhalten wirkt zumindest so, wie Menschen auf solche Substanzen reagieren könnten. Das macht die Szene witzig, aber es macht Mad Honey nicht automatisch zu einer guten Idee.
Warum ich persönlich kein Fan von Mad Honey bin
Mein Grundgefühl aus dem Video ist bis heute: Ich sehe nicht, warum sich Mad Honey wirklich lohnen sollte. Bei niedrigerer Wirkung klingt es nach einem Rausch, den andere schon als „Weed, nur schlechter“ beschrieben haben. Bei höherer Wirkung steigen die Nebenwirkungen und Unsicherheiten. Und wenn jemand medizinische Effekte behauptet, gibt es für viele Zwecke besser erforschte und nebenwirkungsärmere Alternativen.
Ich lasse mich immer gern eines Besseren belehren, wenn es gute Studien oder wirklich überzeugende Erfahrungsberichte gibt. Aber genau das war im Video mein Punkt: Ich hatte bis dahin keinen Bericht gelesen, bei dem jemand völlig begeistert war und gesagt hat: Genau dieser Honig ist anderen Rauschmitteln klar überlegen.
Für OpenMind ist die nüchterne Haltung hier ein Vorteil. Ein Shop, der bei eigenen Kategorien klar über Risiken spricht, wirkt langfristig vertrauenswürdiger als der nächste Honig-Märchenstand im Internet.
Wann besondere Vorsicht gilt
- bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder unklaren Kreislaufproblemen
- bei Medikamenten, besonders wenn Blutdruck, Herzrhythmus oder Psyche betroffen sind
- bei Mischkonsum mit Alkohol, Cannabis, Kratom, Beruhigungsmitteln oder anderen Substanzen
- wenn unklar ist, woher ein Produkt kommt und wie es geprüft wurde
Wenn du ohnehin merkst, dass Neugier auf riskante Substanzen bei dir öfter in Kontrollverlust kippt, kann der Drogenrisiko-Selbsttest ein ehrlicher Spiegel sein.
⚠️ Hinweis: Dieser Artikel dient der Aufklärung und Harm Reduction. Ich rate ausdrücklich vom Konsum psychoaktiver Pflanzenstoffe ab. Auch natürliche Substanzen können Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und rechtliche oder gesundheitliche Risiken haben; „natürlich“ bedeutet nicht automatisch harmlos.
FAQ zu Mad Honey Wirkung
Warum wirkt Mad Honey überhaupt?
Entscheidend sind Grayanotoxine aus bestimmten Rhododendron-Arten. Bienen können deren Nektar sammeln, wodurch der Honig pharmakologisch aktive Stoffe enthalten kann.
Wie beschreibt Simon die Mad-Honey-Wirkung?
Im Video ordnet Simon Berichte über cannabisähnliche, schwindelige oder in höheren Bereichen psychedelisch klingende Effekte ein. Sein Fazit ist aber klar skeptisch: interessant, aber vom Rausch- und Risikoprofil her für ihn nicht besonders lohnend.
Warum kann Mad Honey gefährlich sein?
Wegen Grayanotoxinen, die unter anderem Kreislauf, Blutdruck und Herzrhythmus beeinflussen können. Übelkeit, Schwindel, Schwäche, Schwitzen und niedriger Blutdruck werden als mögliche Beschwerden beschrieben.
Ist Mad Honey natürlich und deshalb sicher?
Nein. Natürlichkeit sagt nichts darüber aus, ob eine Substanz für eine bestimmte Person oder Situation unproblematisch ist. Gerade Naturprodukte können stark schwankende Wirkstoffgehalte haben.
Gibt dieser Artikel eine Mengenempfehlung?
Nein. Bewusst nicht. Bei unklarer Zusammensetzung, möglichen Kreislaufrisiken, Vorerkrankungen oder Medikamenten wäre Sicherheitssprache unseriös.


