Rechtslage-Hub · Stand Mai 2026

Kratom in Deutschland – die aktuelle Rechtslage

Ist Kratom in Deutschland legal? Was sagt das BfArM? Wie ordnen EU-Nachbarn die Substanz ein? Hier findest du den aktuellen Stand mit Quellen und einen internationalen Vergleich.

Aktualisiert Mai 2026 BfArM & EUDA-Quellen Internationaler Vergleich Live-Status
Stand: 2026-05-13 · Lesezeit ca. 8 Min · Autor: OpenMind Redaktion · Kategorie: Rechtslage

Kratom ist in Deutschland aktuell nicht durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) und nicht durch das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) erfasst. Verkauf und Erwerb als Forschungs- und Sammlerstoff sind legal. Diese Einordnung ist – verglichen mit einigen EU-Nachbarn – relativ liberal. Der Status kann sich jederzeit ändern.

Aktueller Status in Deutschland

Kratom-Pulver, -Extrakte und -Kapseln werden in Deutschland als Forschungs- und Sammlerstoffe vertrieben – nicht zum menschlichen Verzehr. Diese Einordnung folgt der gleichen Logik wie bei LSD-Derivaten: Stoffe, die nicht ausdrücklich im BtMG oder NpSG aufgeführt sind, können unter dieser Klassifikation legal gehandelt werden.

Lebensmittel- oder Arzneimittelzulassung haben Kratom-Produkte in Deutschland nicht. Werbung mit gesundheitsbezogenen Aussagen ist unzulässig (Heilmittelwerbegesetz, LFGB). Aus diesem Grund findest du in unserem Sortiment auch keine medizinischen Versprechen.

BfArM-Einordnung

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Kratom mehrfach geprüft, zuletzt 2023. Die Einschätzung: Kratom hat ein „missbrauchsrelevantes Potenzial”, aber die Datenlage für eine Aufnahme ins BtMG ist aktuell nicht ausreichend. Eine Aufnahme ins NpSG ist theoretisch möglich, wurde aber nicht beantragt.

Die BfArM-Position lässt sich verkürzt so lesen: Kratom ist auf dem Radar, aber nicht als prioritär zu regulieren eingestuft. Die deutsche Konsumenten-Population ist verglichen mit den USA klein, die Forschungslage ambivalent (Suchtpotenzial belegt, aber relativ niedrige Akut-Toxizität).

EUDA-Beobachtungs-Status

Die European Union Drugs Agency (EUDA, früher EMCDDA) beobachtet Kratom seit Jahren. Eine EU-weite Klassifikation als „neue psychoaktive Substanz” (NPS) gab es bisher nicht – Kratom gilt als „etablierte traditionelle Substanz”, nicht als Design-Droge.

Was die EUDA dokumentiert: regelmäßige Berichte zu Polykonsum-Fällen, Diskussion um 7-OH-Konzentrate (die als deutlich risikoreicher gelten als traditionelles Pulver), und Beobachtung der Marktentwicklung.

Differenzierung wichtigDie rechtliche und regulatorische Einordnung in Deutschland und der EU bezieht sich auf Mitragyna speciosa als pflanzliches Material und auf Mitragynin. 7-Hydroxymitragynin-Konzentrate werden zunehmend separat diskutiert und könnten in Zukunft separat reguliert werden, ohne das normale Pulver zu betreffen.

Kratom-Status in Nachbarländern

Wer aus Deutschland in der EU bestellt, sollte den Status im Empfängerland kennen. Übersicht ausgewählter Länder (Stand Mai 2026, ohne Gewähr):

LandStatusNotiz
Deutschlandlegal (Sammler/Forschung)Nicht im BtMG, nicht im NpSG
ÖsterreichlegalVergleichbar mit DE
SchweizeingeschränktMitragynin im Betäubungsmittelverzeichnis
NiederlandelegalNicht in Opiumgesetz aufgenommen
PolenverbotenSeit 2009 vom Markt verbannt
DänemarkverbotenKratom als „bewusstseinsverändernde Substanz” reguliert
SchwedenverbotenMitragynin als kontrollierte Substanz
FinnlandverbotenÜber Arzneimittelrecht reguliert
LitauenverbotenMitragynin als psychotrope Substanz
LettlandverbotenIm Drogengesetz aufgeführt
FrankreicheingeschränktVertrieb als Lebensmittel verboten, sonstige Klassifikation unklar
ItalieneingeschränktMitragynin auf Beobachtungsliste

Bei Versand in ein anderes EU-Land informiere dich vorab über die lokale Rechtslage. Der Versand erfolgt auf eigene Verantwortung. Hintergrund zu EU-weiten Unterschieden: Kratom in der EU – Mythen und Fakten.

Globaler Vergleich

Außerhalb der EU sind die Regulierungen sehr unterschiedlich:

RegionStatusBesonderheit
Thailandlegal (seit 2021)Ursprungsland; seit Jahrhunderten traditionell genutzt; 2018-2021 reguliert, dann re-legalisiert
USA (Bundesebene)legalBundesweit nicht eingeplant; DEA hat 2016 Einplanung zurückgezogen
USA (einige Staaten)verbotenz.B. Alabama, Arkansas, Indiana, Rhode Island, Vermont, Wisconsin
AustralienverbotenMitragynin als Schedule-9-Stoff
MalaysiaverbotenTrotz traditioneller Nutzung im Anti-Drogen-Gesetz
IndonesienExport erlaubt, Inlands-Verbot diskutiertGrößter Produzent weltweit; Inland-Regulierung im Verfahren

Mögliche Entwicklung in Deutschland

Drei Szenarien sind realistisch:

Szenario 1: Status quo

Kratom bleibt rechtlich unverändert. Wahrscheinlich solange das BfArM keine veränderte Risikobewertung vorlegt und der politische Wille zur Regulierung fehlt. Aktuell das wahrscheinlichste Szenario.

Szenario 2: 7-OH-Spezial-Regulierung

Konzentrate mit hohem 7-OH-Anteil werden separat reguliert (NpSG oder neue Verordnung), normales Pulver bleibt frei. Diese Entwicklung zeichnet sich auf EU-Ebene bereits ab und wäre auch wissenschaftlich begründbar.

Szenario 3: Vollständige Regulierung

Kratom als Ganzes wird ins NpSG aufgenommen, ähnlich wie in Polen oder Dänemark. Unwahrscheinlich kurzfristig, aber nicht ausgeschlossen, falls die Nutzung in Deutschland deutlich steigen würde oder spektakuläre Todesfälle politischen Druck erzeugen.

DisclaimerDer rechtliche Status kann sich jederzeit ändern – auch kurzfristig. Wir aktualisieren diesen Hub bei jeder relevanten Entwicklung. Tagesaktuelle Verfügbarkeit immer im Shop prüfen.

Quellen und weiterführende Seiten

Für rechtliche, medizinische oder sicherheitsrelevante Aussagen sollten offizielle Quellen und die verlinkten Vertiefungsseiten regelmäßig gegengeprüft werden.

Häufige Fragen zur Kratom-Rechtslage

Ist Kratom in Deutschland legal?
Ja, Stand Mai 2026. Kratom ist weder im Betäubungsmittelgesetz noch im Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz aufgeführt und wird als Sammler-/Forschungsstoff verkauft. Eine Lebensmittel- oder Arzneimittelzulassung gibt es nicht.
Was sagt das BfArM zu Kratom?
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat Kratom mehrfach geprüft. Die Einschätzung ist, dass ein „missbrauchsrelevantes Potenzial” besteht, die Datenlage für eine Aufnahme ins BtMG aber aktuell nicht ausreichend ist.
Welche Nachbarländer haben Kratom verboten?
Polen, Dänemark, Schweden, Finnland, Litauen und Lettland haben Kratom oder Mitragynin als kontrollierte Substanz reguliert. Schweiz hat eine eingeschränkte Regelung. Niederlande und Österreich sind frei vergleichbar mit Deutschland.
Kann ich Kratom aus Deutschland in ein anderes EU-Land bestellen?
Versand ist technisch möglich, rechtlich aber nur dann unproblematisch, wenn der Empfänger-Staat Kratom erlaubt. Bei Versand in Verbots-Länder (z.B. Polen, Dänemark) trägt der Empfänger das volle Risiko. Bitte informiere dich vorab über die Legalität in deinem Land.
Werden 7-OH-Konzentrate separat reguliert?
Auf EU-Ebene wird darüber diskutiert. Eine separate Regulierung von 7-Hydroxymitragynin-Konzentraten ist wahrscheinlicher als ein Komplett-Verbot von Kratom. OpenMind verkauft 7-OH-Konzentrate aktuell nicht.
Wer entscheidet über eine Aufnahme ins BtMG?
Das Bundesministerium für Gesundheit auf Basis einer BfArM-Empfehlung. Eine NpSG-Aufnahme läuft über denselben Weg. Beide Optionen erfordern einen formalen Antrag und parlamentarische Befassung.
Wie wahrscheinlich ist ein Kratom-Verbot in Deutschland?
Kurzfristig unwahrscheinlich. Das wahrscheinlichste Szenario ist Status quo oder eine separate Regulierung von 7-OH-Konzentraten. Ein Komplett-Verbot wäre nur wahrscheinlich bei deutlich gestiegener Nutzung oder politisch zugespitzten Einzelfällen.
Versendet ihr in Verbots-Länder?
Nein. Wir versenden nur in Länder, in denen Kratom legal ist. Die Verantwortung für die Kenntnis der lokalen Rechtslage liegt aber beim Empfänger.

Aktuell: Kratom legal verfügbar

Stand Mai 2026 ist Kratom in Deutschland legal erhältlich. Im Wissens-Hub findest du die Auswahl-Hilfe zu Sorten, Farben und Formaten.

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