LSD Shop Berlin: die skurrile Geschichte vom ersten Legal-LSD-Laden

LSD Shop Berlin: Thumbnail zur Geschichte des ersten Legal-LSD-Ladens mit Karl Philipp Trump
Simon Ruane, OpenMind Autor und Aufklärer
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Simon Ruane

YouTuber · Aufklärer · 500.000+ Abonnenten

Inhaltlicher Kopf hinter OpenMind. Bekannt aus ZDF 13 Fragen, VICE, funk und Stern. Sachliche Aufklärung zu psychoaktiven Substanzen, Pflanzenheilkunde und bewusstem Konsum – im Sinne von Harm Reduction.

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Berlin · Legal-LSD · Shop-Historie
LSD Shop Berlin: die skurrile Geschichte vom ersten Legal-LSD-Laden

Wer nach „LSD Shop Berlin“ sucht, stolpert schnell über eine ziemlich absurde deutsche Drogenrechts-Geschichte: ein echter Laden, ein Online-Shop, Trödelmarkt-Verkäufe, Medienberichte, legale LSD-Derivate und später massive Vertrauensfragen. Berlin wurde dabei nicht deshalb wichtig, weil klassisches LSD-25 dort legal verkauft worden wäre. Berlin wurde zum Schauplatz einer Szene, in der legale Ableger, Gesetzeslücken, Medienhype und Misstrauen ungewöhnlich dicht aufeinandertrafen.

Wichtig: Das hier ist keine Anleitung, wo man illegale Substanzen bekommt. Klassisches LSD-25 ist in Deutschland nicht frei legal kaufbar. Hier geht es um die Geschichte legaler LSD-Derivate, um Medienberichte und um die Frage, woran man seriöse Informationen erkennt.

Warum gerade Berlin bei „LSD Shop“ so oft auftaucht

Berlin ist bei Drogen-, Smartshop- und Subkulturthemen ohnehin ein Magnet. Bei „LSD Shop Berlin“ kommt ein sehr konkreter historischer Grund dazu: Carl Philipp Trump und sein damaliger LSD.shop. Der Shop wurde erst online bekannt und bekam später einen physischen Berliner Ort. Medien wie Vice und STRG_F/ZDF berichteten darüber.

Der Punkt ist wichtig: Dieser Laden war real. Es ging aber nicht um legales klassisches LSD-25, sondern um LSD-Derivate wie 1CP-LSD, die damals als Research Chemicals verkauft wurden. Genau diese Mischung aus echtem Laden, rechtlicher Lücke und medialem Spektakel erklärt, warum die Geschichte bis heute hängen geblieben ist.

Der skurrile Anfang: Legal-LSD auf Trödelmärkten und im Laden

Die STRG_F-Doku „Alles legal? Wie Dealer das Gesetz austricksen“ zeigt die Frühphase dieser Legal-LSD-Welle sehr gut. Dort wird beschrieben, wie Carl Philipp Trump ein legales LSD-Derivat verkaufte, das nicht unter das klassische BtMG-Verbot für LSD-25 fiel. STRG_F ordnet das als Katz-und-Maus-Spiel zwischen neuen Substanzen und Gesetzgeber ein.

Besonders absurd aus heutiger Sicht: In der Berichterstattung ging es nicht nur um einen anonymen Online-Shop. Es ging auch um Verkaufssituationen, die fast performativ wirkten: Trödelmarkt, persönliche Übergaben, ein echter Laden, ein Schild im Fenster, mediale Inszenierung. Genau daraus entstand der Mythos vom Berliner LSD-Shop.

Carl Philipp Trump in seinem Berliner LSD Store mit legalem LSD-Ableger
Carl Philipp Trump in seinem Berliner LSD Store: Das Bild zeigt ziemlich gut, warum aus einem Laden, einem Neon-Schild und einem legalen LSD-Ableger ein Berliner Mythos wurde.
Open-Mind-Einordnung: Dass etwas vor Ort sichtbar ist, macht es nicht automatisch seriös. Ein Laden, ein Schild, eine Kamera oder ein prominenter Medienbericht ersetzen keine transparente Rechtslage, keine sauberen Produktinformationen und keine verlässliche Shop-Kommunikation.

Kleine Timeline: vom Online-Shop zum Berliner Mythos

2020: Der Shop startet online und verkauft LSD-Derivate wie 1CP-LSD als Research Chemical. Der Reiz liegt in der rechtlichen Lücke: nicht klassisches LSD-25, sondern ein chemisch abgewandeltes Derivat.

2021: STRG_F begleitet Trump als „legalen Dealer“. Vice berichtet über den Berliner Laden und beschreibt einen massiven Medienhype rund um die Idee, scheinbar offen ein LSD-ähnliches Produkt kaufen zu können.

Danach: Gesetzgeber und Händler spielen weiter Katz und Maus. Wird ein Derivat verboten, taucht oft das nächste auf. Alte Treffer und Medienberichte bleiben aber weiter online und können Jahre später noch so wirken, als sei der damalige Zustand aktuell.

Spätere Phase: Rund um LSD.shop häufen sich öffentlich Vorwürfe aus der Community, insbesondere zu ausbleibenden Lieferungen und schlechter Erreichbarkeit. Solche Vorwürfe sind nicht dasselbe wie ein Gerichtsurteil, zeigen aber sehr deutlich, warum lokale Bekanntheit allein kein Seriositätsbeweis ist.

Was danach kam: vom Legal-LSD-Shop zum Internet-Rabbit-Hole

Nach dem ersten Medienhype wurde die Geschichte nicht normaler, sondern deutlich skurriler. In den Open-Mind-Videos zu Carl Philipp Trump geht es später nicht mehr nur um einen Legal-LSD-Shop, sondern um tägliche Livestreams, Behördenanrufe, Polizeieinsätze, Psychiatrieaufenthalte, Obdachlosigkeit, politische Größenideen und immer neue Konflikte rund um seinen Shop.

Ein paar Stationen reichen, um die Dimension zu verstehen: Trump sprach in Streams davon, vom Verfassungsschutz verfolgt zu werden, rief Behörden und Medien an, berichtete von zahlreichen Polizeikontakten beziehungsweise Hausdurchsuchungen und erklärte aus seiner Sicht immer wieder, warum der Shop trotz ausbleibender Lieferungen weiterlaufen müsse. Später lebte er zeitweise obdachlos am Berliner Hauptbahnhof. In einer schweren psychischen Krise sprang er laut Open-Mind-Video von einer Brücke auf S-Bahnschienen, überlebte aber und wurde nach Monaten im Krankenhaus wieder entlassen.

Wichtig bei dieser Geschichte: Das ist nicht einfach nur Kuriositätenkabinett. Psychosen sind ernst, und man sollte über psychische Krisen nicht billig drüberlachen. Für die Shop-Einordnung ist aber relevant, wie extrem die Geschichte eskalierte: Ein realer Laden, Medienaufmerksamkeit und ein bekannter Name schützen Kunden nicht automatisch vor Chaos, ausbleibender Kommunikation oder Vertrauensverlust.

Der Vertrauensbruch: Warum ich von diesem Shop klar abraten würde

Die wichtigste Lehre aus der Trump-Geschichte ist nicht: „Wow, in Berlin konnte man legal LSD kaufen.“ Die wichtigere Lehre ist: Ein realer Anbieter mit Medienpräsenz, Shop-Historie und lokalem Bezug kann trotzdem massiv Vertrauen verspielen.

Bei Carl Philipp Trumps LSD.shop ging es irgendwann nicht mehr nur um vage Gerüchte aus Foren. Er sagte selbst, dass Bestellungen nicht mehr normal verschickt wurden. Seine Erklärung war sinngemäß: Er sei von einer Person aus seinem Umfeld um Ware beziehungsweise Kapital gebracht worden, habe dadurch nicht genug Mittel gehabt, um neue Ware einzukaufen, und könne deshalb nicht wie gewohnt liefern.

Ob diese Diebstahl-Erklärung stimmt, kann ich von außen nicht beweisen. Für Kunden ist aber der entscheidende Punkt viel einfacher: Wenn ein Shop weiter Bestellungen annimmt, obwohl er aktuell nicht zuverlässig liefern kann, ist das aus meiner Sicht absolut unseriös. Bei so einem Anbieter würde ich nicht bestellen und ich würde auch niemandem empfehlen, dort zu bestellen.

Besonders absurd ist, dass dieser Shop zu dieser Zeit trotzdem noch sehr prominent bei Google gefunden wurde, wenn Menschen nach Begriffen wie „legales LSD“, „LSD Shop“ oder ähnlichen lokalen Varianten gesucht haben. Genau daran sieht man: Ein gutes Google-Ranking, ein echter Laden oder ein bekannter Name sind kein Seriositätsbeweis.

Trump selbst machte öffentlich schwere Vorwürfe gegen andere Personen aus seinem Umfeld. Das Problem daran: Von außen lässt sich so etwas oft kaum prüfen. Deshalb ist für die Shop-Bewertung nicht entscheidend, ob jede einzelne Erklärung stimmt, sondern ob Lieferung, Kommunikation, Rückerstattung und Verantwortung sauber funktionieren. Und genau da war die Geschichte aus meiner Sicht irgendwann klar gebrochen.

Open Mind hat die Geschichte und die späteren öffentlichen Auftritte von Carl Philipp Trump auch in eigenen Videos aufgearbeitet, unter anderem hier: „Carl Philipp Trump – Der traurige Absturz des LSD Lords“, „Carl Philipp Trump – Drachenlord auf LSD“ und die Open-Mind-Doku zu Carl Philipp Trump.

Und was ist mit LSD-Automaten in Berlin?

Der Begriff „LSD Shop Berlin“ wird oft mit Automaten, Spätis und lokalen Treffern vermischt. Nach den öffentlich gut auffindbaren Berichten sind die bekanntesten Automatenfälle aber nicht Berlin, sondern vor allem Baden-Württemberg: Der SWR berichtete 2024 über Automaten in Stuttgart und abgebauten Automaten in Mannheim. Dort ging es um 1D-LSD, also ebenfalls nicht um klassisches LSD-25.

Für Berlin ist der reale lokale Bezug eher: einzelne Läden, zeitweise auch Späti-/Kiosk-Kontexte und ein kleiner Markt rund um legale Derivate. Meines Wissens ist Berlin nicht der klassische „LSD-Automaten“-Fall. Wenn jemand heute nach Automaten in Berlin sucht, sollte er deshalb besonders vorsichtig sein: Viele Treffer vermischen Orte, Jahre, Derivate und alte Medienberichte.

Gibt es heute noch lokale Legal-LSD-Shops in Berlin?

Ja, es gibt beziehungsweise gab auch nach der Trump-Phase lokale Berliner Anbieter, bei denen man in einen Laden gehen konnte. Entscheidend ist der größere Punkt: Lokaler Verkauf existierte und existiert phasenweise, bleibt für Anbieter aber stressig. Auch wenn ein bestimmtes Derivat zeitweise legal sein kann, stehen Shops schnell im Fokus von Behörden, Medien und politischem Druck.

Meine Meinung: Das ist schade. Wenn eine Substanz oder ein Derivat rechtlich erlaubt ist, wäre eine transparente, kontrollierbare und erwachsene Abgabe oft sinnvoller als ein Schattenmarkt oder nervöse Grauzonen. Gleichzeitig verstehe ich, warum viele keine physischen Läden aufmachen wollen. Bei Alkohol ist die gesellschaftliche Akzeptanz riesig, bei LSD-Derivaten reicht schon ein neues Molekül und der Ärger beginnt von vorne.

Was ein seriöser Shop aus dieser Geschichte lernen müsste

Kein LSD-25-Versprechen

Ein seriöser Anbieter tut nicht so, als könne man klassisches LSD-25 legal im normalen Shop kaufen. Er benennt konkrete Derivate und erklärt den Rechtsstand.

Aktualisierte Rechtslage

Bei Legal-LSD-Produkten veralten Informationen schnell. Datum, Stoffname und Rechtsstand müssen sichtbar aktuell sein.

Erreichbare Verantwortliche

Adresse allein reicht nicht. Entscheidend sind echte Kommunikation, nachvollziehbare Prozesse, Impressum, Versandinfos und klare Zuständigkeit.

Risikohinweise statt Hype

Legal heißt nicht harmlos. Seriöse Seiten erklären Risiken, Set und Setting, psychische Vorerkrankungen und die Grenzen der Forschung.

Was hat LSD Britz mit dem Thema zu tun?

LSD Britz sollte man nicht mit einem LSD- oder Legal-LSD-Shop verwechseln. Die öffentlich auffindbaren Einträge beziehen sich auf das „LSD Center Berlin Süd“ am Britzer Damm, also auf einen Erotik-Kontext in Berlin-Britz. Das Kürzel wirkt auf den ersten Blick verwirrend, hat hier aber offenbar nichts mit LSD-25, LSD-Derivaten oder einem Smartshop zu tun.

Für diesen Artikel ist der Punkt trotzdem kurz wichtig, weil er zeigt, wie schnell lokale Namen, alte Einträge und Abkürzungen durcheinandergeraten können. Beim Thema Legal-LSD zählt deshalb immer die konkrete Einordnung: Geht es wirklich um einen Stoff oder ein Derivat, um einen historischen Shop wie LSD.shop, um einen Automatenbericht oder nur um einen Ort beziehungsweise Namen, der zufällig ähnlich klingt?

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⚠️ Hinweis: Dieser Artikel dient der Aufklärung und Harm Reduction. Ich rate ausdrücklich vom Konsum von LSD, LSD-Derivaten und anderen psychoaktiven Substanzen ab. LSD-25 ist in Deutschland illegal; Research-Chemical-Produkte sind nicht für den menschlichen oder tierischen Konsum geeignet und, sofern beim jeweiligen Produkt so angegeben, ausschließlich für Forschungs-, Sammler- oder Analysezwecke bestimmt.

Häufige Fragen zu LSD Shop Berlin

Gab es wirklich einen LSD-Shop in Berlin?

Ja, es gab den medial bekannten LSD.shop von Carl Philipp Trump. Verkauft wurden jedoch LSD-Derivate wie 1CP-LSD, nicht klassisches LSD-25 als legales Shopprodukt.

Ist LSD-25 in Berlin legal kaufbar?

Nein. Klassisches LSD-25 ist in Deutschland nicht frei legal kaufbar. Wenn von „legalem LSD“ die Rede ist, geht es normalerweise um bestimmte Derivate und deren jeweils aktuelle Rechtslage.

Gibt es LSD-Automaten in Berlin?

Die gut belegten Automatenberichte beziehen sich vor allem auf Stuttgart und Mannheim. Für Berlin ist eher von lokalen Shops, Späti-/Kiosk-Kontexten und alten Medienberichten die Rede.

War der Berliner LSD.shop seriös?

Der Shop war real und medial bekannt. Später gab es jedoch viele öffentliche Vorwürfe aus der Community, etwa zu ausbleibenden Lieferungen. Genau deshalb sollte man lokale Bekanntheit nie mit Seriosität verwechseln.

Was ist die wichtigste Lehre aus der Geschichte?

Ein echter Ort, ein Medienbericht oder ein bekannter Name reichen nicht. Seriös wird ein Shop erst durch aktuelle Rechtslage, klare Stoffnamen, erreichbare Verantwortliche, transparente Produktinformationen und echte Risikohinweise.