Zuletzt aktualisiert: Mai 2026 | Lesezeit: ca. 7 Minuten
1BP-LSD und 1Fe-LSD sind neuere LSD-Derivate aus der Gruppe der Lysergamide. Beide werden häufig im Zusammenhang mit LSD-Prodrugs diskutiert: Der angehängte Rest am Molekül kann im Körper abgespalten werden, sodass LSD als pharmakologisch aktiver Anteil entsteht. Gleichzeitig sind beide Substanzen deutlich weniger gut untersucht als LSD selbst.
Der wichtigste Unterschied liegt in der chemischen Modifikation: 1BP-LSD besitzt einen borhaltigen Boronat-/Benzoyl-Rest. 1Fe-LSD besitzt einen Ferrocen-Carbonsäure-Rest mit Eisen im Ferrocen-System. Daraus ergeben sich Unterschiede bei Molekulargewicht, analytischer Einordnung und offenen toxikologischen Fragen.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzvergleich: 1BP-LSD vs. 1Fe-LSD
- Was sind LSD-Derivate?
- 1BP-LSD: Struktur und Einordnung
- 1Fe-LSD: Struktur und Einordnung
- Wirkung und Erfahrungsberichte
- Dosierung und Molekulargewicht
- Risiken und offene Fragen
- Rechtslage in Deutschland
- Fazit
- FAQ
- Quellen
1. Kurzvergleich: 1BP-LSD vs. 1Fe-LSD
| Eigenschaft | 1BP-LSD | 1Fe-LSD |
|---|---|---|
| Substanzklasse | 1-Acyl-Lysergamid | 1-Acyl-Lysergamid |
| Chemischer Rest | Boronat-/Benzoyl-Rest | Ferrocen-Carbonsäure-Rest |
| Besonderes Element | Bor | Eisen im Ferrocen-System |
| Einordnung | Wahrscheinlich LSD-Prodrug | Wahrscheinlich LSD-Prodrug |
| Datenlage | Analytische Charakterisierung vorhanden; keine kontrollierten Humanstudien | Analytische Einordnung vorhanden; keine kontrollierten Humanstudien |
| Relevante offene Frage | Toxikologische Bedeutung des Boronat-Rests und möglicher Spaltprodukte | Toxikologische Einordnung von Ferrocen-Carbonsäure im konkreten Kontext |
2. Was sind LSD-Derivate?
LSD-Derivate sind chemisch veränderte Varianten von Lysergsäurediethylamid. Bei vielen neueren Derivaten wird das LSD-Grundgerüst am Indol-Stickstoff verändert. Diese Gruppe wird häufig als 1-Acyl-Lysergamide beschrieben.
Bei 1-Acyl-Lysergamiden ist die Prodrug-Hypothese naheliegend: Der angehängte Acylrest kann enzymatisch abgespalten werden, sodass LSD entsteht. Für verwandte Substanzen wie 1P-LSD ist dieses Prinzip deutlich besser untersucht als für sehr neue Derivate. Bei 1BP-LSD und 1Fe-LSD beruhen viele Aussagen deshalb auf Laboranalytik, Strukturvergleichen und plausiblen Analogieschlüssen.
3. 1BP-LSD: Struktur und Einordnung
1BP-LSD ist ein synthetisches Lysergamid mit einem borhaltigen Pinakolboronat-/Benzoyl-Rest am LSD-Grundgerüst. Miraculix beschreibt die untersuchte Verbindung als 1-Acyl-LSD-Derivat mit neuartigem Pinakolboronat-Acylrest am Indolstickstoff.
Die analytischen Daten zeigen unter anderem eine deutlich höhere Molmasse als bei LSD. Miraculix gibt für 1BP-LSD die Summenformel C₃₇H₄₈BN₃O₄ und eine Molmasse von rund 609,6 g/mol an. Bei gleicher Masse enthält ein solches Derivat deshalb weniger LSD-Grundstruktur als LSD selbst.
Pharmakologisch wird 1BP-LSD als wahrscheinliches Prodrug eingeordnet. Das bedeutet: Die Wirkung wäre vor allem durch freigesetztes LSD erklärbar. Ob und wie schnell diese Umwandlung beim Menschen stattfindet, ist für 1BP-LSD noch nicht kontrolliert untersucht.
4. 1Fe-LSD: Struktur und Einordnung
1Fe-LSD ist ein Lysergamid mit Ferrocen-Carbonsäureeinheit. Ferrocen ist eine organometallische Struktur mit einem Eisenatom zwischen zwei Cyclopentadienyl-Ringen. In 1Fe-LSD dient dieser Rest als chemische Modifikation am LSD-Grundgerüst.
Auch 1Fe-LSD wird als wahrscheinliches Prodrug eingeordnet. Nach dieser Einordnung wird die Substanz im Körper enzymatisch zu LSD und Ferrocen-Carbonsäure gespalten. Die psychedelische Wirkung wäre dann vor allem durch freigesetztes LSD erklärbar.
Die Diskussion um den Ferrocen-Rest sollte differenziert geführt werden. Das Eisen liegt nicht einfach als freies Eisen-Ion vor. Gleichzeitig fehlen direkte Human- und Tierdaten zu 1Fe-LSD. Eine medizinische Sicherheitsbewertung lässt sich daraus nicht ableiten.
5. Wirkung und Erfahrungsberichte
Wenn 1BP-LSD und 1Fe-LSD im Körper zu LSD hydrolysiert werden, ist ein LSD-ähnliches Wirkprofil plausibel. Typische psychedelische Effekte wären dann vor allem über freigesetztes LSD und dessen Wirkung an serotonergen Rezeptoren erklärbar.
Berichte über Unterschiede wie „klarer“, „sanfter“, „körperlicher“ oder „wärmer“ sollten vorsichtig gelesen werden. Solche Eindrücke können individuell real sein, sind aber nicht automatisch pharmakologisch belegt. Set, Setting, Erwartung, Produktqualität, reale Wirkstoffmenge und individuelle Biologie beeinflussen psychedelische Erfahrungen stark.
Ein verzögerter Wirkeintritt ist bei Prodrugs grundsätzlich plausibel, weil die Substanz erst umgewandelt werden muss. Der genaue zeitliche Verlauf ist bei 1BP-LSD und 1Fe-LSD jedoch nicht zuverlässig durch kontrollierte Humanstudien beschrieben.
6. Dosierung und Molekulargewicht
Bei LSD-Derivaten ist das Molekulargewicht entscheidend für die Einordnung. Eine Mikrogramm-Angabe beschreibt immer die Masse des gesamten Moleküls, nicht nur den Anteil, der nach einer möglichen Umwandlung als LSD verfügbar wäre. Je schwerer der angehängte Rest ist, desto weniger LSD-Grundstruktur steckt bei gleicher Mikrogramm-Menge im Molekül.
Das ist besonders bei 1Fe-LSD und 1BP-LSD relevant, weil beide deutlich schwerer sind als LSD selbst. Wenn man rein rechnerisch von vollständiger Umwandlung ausgeht, braucht man von einem schwereren Derivat mehr Masse, um auf dieselbe Stoffmenge LSD-Grundstruktur zu kommen. Das ist aber nur eine theoretische Orientierung, keine sichere Dosierungsempfehlung.
| Substanz | Grobe Molmasse | Theoretischer LSD-Anteil bei gleicher Masse | Rechnerische Orientierung |
|---|---|---|---|
| LSD | ca. 323 g/mol | 100 % Referenz | 100 µg LSD = 100 µg Referenz |
| 1Fe-LSD | je nach Bezug ca. 535–594 g/mol | ca. 54–60 % gegenüber LSD | 100 µg LSD entsprechen rechnerisch ca. 165–185 µg 1Fe-LSD |
| 1BP-LSD | ca. 609,6 g/mol | ca. 53 % gegenüber LSD | 100 µg LSD entsprechen rechnerisch ca. 188 µg 1BP-LSD |
Anders herum gelesen: 200 µg 1Fe-LSD lägen rein rechnerisch ungefähr im Bereich von 108–121 µg LSD-Grundstruktur, wenn man nur über das Molekulargewicht rechnet. 200 µg 1BP-LSD lägen rechnerisch bei ungefähr 106 µg LSD-Grundstruktur. Diese Rechnung sagt aber noch nicht, wie stark oder wie zuverlässig ein Produkt tatsächlich wirkt.
Warum nicht? Weil mehrere Faktoren dazukommen: freie Base oder Salzform, tatsächlicher Wirkstoffgehalt pro Blotter oder Pellet, Stabilität, Lagerung, Reinheit, Abspaltungsgeschwindigkeit im Körper und individuelle Reaktion. Bei neuen Derivaten wie 1BP-LSD und 1Fe-LSD fehlen außerdem kontrollierte Humanstudien, die daraus eine belastbare Dosierung ableiten würden.
Für die Praxis bedeutet das: Molekulargewicht hilft, Produktangaben besser einzuordnen. Es ersetzt aber keine Laboranalyse und keine medizinische oder rechtliche Beratung. Starre Tabellen nach dem Motto „x µg Derivat = y µg LSD“ sind bei neuen Research Chemicals immer nur Näherungen.
7. Risiken und offene Fragen
Der größte Unsicherheitsfaktor ist die dünne Datenlage. Für 1BP-LSD und 1Fe-LSD fehlen kontrollierte Studien am Menschen. Auch direkte toxikologische Daten sind begrenzt. Viele Einschätzungen beruhen deshalb auf Strukturchemie, analytischen Messungen und Vergleichen mit verwandten Lysergamiden.
Bei 1BP-LSD ist der borhaltige Boronat-Rest besonders relevant für offene Fragen. Bei 1Fe-LSD steht der Ferrocen-Rest im Fokus. Miraculix ordnet das Eisen-Thema bei 1Fe-LSD chemisch eher zurückhaltend ein, betont aber ebenfalls, dass direkte experimentelle Daten fehlen.
Eine nüchterne Einordnung lautet daher: Die LSD-Prodrug-Hypothese ist plausibel, aber weder 1BP-LSD noch 1Fe-LSD sind medizinisch umfassend untersucht. „Wenig erforscht“ ist kein Sicherheitsmerkmal.
8. Rechtslage in Deutschland
Stand Mai 2026 sind 1BP-LSD und 1Fe-LSD in Deutschland aktuell legal erhältlich. Beide Derivate sind nach aktueller Einordnung nicht als Betäubungsmittel im BtMG gelistet und aktuell auch nicht in der NpSG-Anlage erfasst. Genau deshalb können diese Produkte im Shop angeboten werden.
Wichtig ist die Unterscheidung zu klassischem LSD-25: LSD-25 ist im BtMG erfasst und in Deutschland nicht frei verkehrsfähig. Bei neuen LSD-Derivaten muss die Rechtslage regelmäßig geprüft werden, weil BtMG- und NpSG-Anlagen durch neue Verordnungen erweitert werden können. Wenn sich die Rechtslage ändert, müssen Produktseiten und Artikel entsprechend aktualisiert werden.
Video: Die legale LSD-Situation ist ein Fiebertraum
Für mehr Kontext zur rechtlichen Einordnung von LSD-Derivaten erklärt Simon Ruane im Video, warum die Lage in Deutschland bei LSD, Analoga und neuen Stoffgruppen oft unübersichtlich ist. Das Video ergänzt den Vergleich von 1BP-LSD und 1Fe-LSD, ersetzt aber keine individuelle Rechtsberatung.
9. Fazit
1BP-LSD und 1Fe-LSD sind beide neuere Lysergamide, die wahrscheinlich als LSD-Prodrugs einzuordnen sind. Der zentrale Unterschied liegt in der chemischen Modifikation: 1BP-LSD besitzt einen borhaltigen Boronat-/Benzoyl-Rest, 1Fe-LSD einen Ferrocen-Carbonsäure-Rest.
Für beide Substanzen gilt: Die analytische Einordnung ist deutlich besser als die klinische Datenlage. Wirkungsberichte können Hinweise geben, ersetzen aber keine kontrollierten Studien. Deshalb sollten Aussagen zu Wirkung, Dosierung und Sicherheit vorsichtig formuliert werden.
Hinweis: Dieser Artikel dient der Aufklärung und Harm Reduction. Er ist keine Konsumempfehlung und keine medizinische Beratung. Research-Chemical-Produkte sind nicht für den menschlichen oder tierischen Konsum bestimmt, sofern sie entsprechend ausgewiesen sind.
10. FAQ
Was bedeutet das „BP“ bei 1BP-LSD?
Im hier beschriebenen Kontext steht 1BP-LSD für ein borhaltiges 1-Acyl-Lysergamid mit Pinakolboronat-/Benzoyl-Rest. Relevant ist also der Boronat-Rest am Molekül.
Was bedeutet das „Fe“ bei 1Fe-LSD?
„Fe“ verweist auf Ferrocen beziehungsweise Eisen im Ferrocen-System. 1Fe-LSD besitzt einen Ferrocen-Carbonsäure-Rest am LSD-Grundgerüst.
Sind 1BP-LSD und 1Fe-LSD Prodrugs?
Strukturell ist diese Einordnung plausibel. Beide Substanzen werden als mögliche LSD-Prodrugs diskutiert. Für die genaue Umwandlung beim Menschen fehlen jedoch kontrollierte Daten.
Ist 1Fe-LSD wegen Eisen besonders riskant?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Das Eisen liegt im Ferrocen-System und nicht einfach als freies Eisen-Ion vor. Die konkrete toxikologische Bewertung von 1Fe-LSD bleibt trotzdem begrenzt, weil direkte Studien fehlen.
Welches Derivat ist stärker?
Basierend auf unseren bisherigen Kundenrückmeldungen wird 1Fe-LSD häufiger als stärker beziehungsweise deutlicher wahrgenommen als 1BP-LSD. Das ist keine kontrollierte Studie und keine exakte Potenzangabe, sondern eine praktische Einordnung aus Feedback, Erfahrungsberichten und Rückfragen aus dem Shop.
Trotzdem können individuelle Reaktion, Produktform, Lagerung, reale Wirkstoffmenge und Toleranz stark beeinflussen, wie deutlich der Effekt ausfällt.
Sind 1BP-LSD und 1Fe-LSD legal?
Ja, Stand Mai 2026 sind 1BP-LSD und 1Fe-LSD in Deutschland aktuell legal erhältlich. Sie sind nach aktueller Einordnung nicht als Betäubungsmittel im BtMG gelistet und aktuell auch nicht in der NpSG-Anlage erfasst.
Das unterscheidet sie von LSD-25 sowie von älteren Derivaten, die bereits reguliert wurden. Weil sich BtMG- und NpSG-Anlagen ändern können, prüfen wir die Rechtslage laufend und aktualisieren Shop und Artikel, wenn sich daran etwas ändert.
Quellen und weiterführende Einordnung
- Miraculix Lab: 1BP-LSD – Wirkung, Struktur & Analytik
- Miraculix Lab: 1Fe-LSD – Wirkung, Dosierung & Analytik
- Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG), gesetze-im-internet.de
- BtMG Anlage I: Lysergid/LSD, gesetze-im-internet.de


